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Europäischer Sozialfonds für Deutschland
Europäischer Sozialfonds für Deutschland
 
ESF Plus-Newsletter im Oktober 2026
 
 
Liebe Leser*innen,
 
ob Fachkräftesicherung, digitale Transformation oder die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort: Projekte des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) des Bundes bieten für aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen vielfältige Lösungsansätze. 

Im Mittelpunkt der ESF Plus-Förderung steht die Investition in Menschen. Dass sie sich lohnt, zeigen in diesem Newsletter die Beispiele aus verschiedenen Programmen und Projekten: Von der fairen Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten über die systematische Nutzung des Potenzials zugewanderter Frauen bis hin zu neuen Wegen in der Unternehmensnachfolge in gemeinwohlorientierten kleinen und mittleren Unternehmen reicht die Bandbreite der Erfolge. Innovative Ansätze in der Medizintechnik wie Extended Reality zeigen zudem, wie technischer Fortschritt und die Einbindung von Beschäftigten und Kund*innen erfolgreich Hand in Hand gehen können.

Der ESF Plus verbindet wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit mit sozialer Verantwortung. Das zeigt sich exemplarisch am „Witwenball“: Hier entstehen durch betriebliches Coaching praxisnahe digitale Lösungen in der Gastronomie. Auch die Beispiele zur Bildungsgerechtigkeit vor Ort und niedrigschwellige Angebote für Familien in herausfordernden Lebenslagen sowie verbesserte Arbeitsmarkt- und Lebensperspektiven von Menschen in benachteiligten Stadt- und Ortsteilen zeigen, wie der ESF Plus vor Ort Menschen bei aktuellen Herausforderungen unterstützt.

Der ESF Plus braucht eine solide Zukunft. Wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für die künftige europäische Kohäsionspolitik sind, betont Miriam Schulze im aktuellen Interview zur Zukunft des ESF. Sie ist Referatsleiterin beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dort für Kohäsionspolitik und für den ESF Plus zuständig. 

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre und wertvolle Anregungen für Ihre Arbeit.
 
Ihr ESF Plus-Redaktionsteam
 
Aus den BMAS
 
"Der ESF muss vor Ort wirken"
© Designstudio Orange
Miriam Schulze ist beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für Kohäsionspolitik und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) zuständig. Im Interview erklärt sie, warum der ESF auch in Zukunft verlässlich finanziert werden muss, seine Umsetzung regionale Lösungen vor Ort braucht, wie er zur Fachkräftesicherung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) beiträgt und warum er in berufliche Bildung und soziale Teilhabe investieren muss.
 
 
 
Gemeinsam Perspektiven schafffen mit Akti(F) Plus
© Sabine Fuchs

In Köln kooperieren die beiden Akti(F) Plus-Projekte "ZentralE 2.0" und "Stark in die Zukunft", um Familien bessere Zugänge zu Unterstützung, Teilhabe und beruflichen Perspektiven zu ermöglichen. Ihren erfolgreichen Ansatz stellten die beteiligten Träger am 13. Oktober 2026 dem ESF Plus-Begleitausschuss des Bundes bei einem Besuch vor Ort vor.

 
 
 
Das Potential und die Motivation zugewanderter Frauen nutzen
© Liesa Johannssen/BMAS/MYTURN
Um die Erfolge und Perspektiven bei der Arbeitsmarktintegration zugewanderter Frauen ging es beim Netzwerktreffen des ESF Plus-Programms "MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch". Die rund 200 Teilnehmenden aus den Projekten, der Arbeitsverwaltung, der Wissenschaft und weiteren Partnerorganisationen diskutierten über das Fachkräftepotenzial neu zugewanderter Frauen und wie diese auf ihrem Weg in Qualifizierung und nachhaltige Beschäftigung begleitet werden können.
 
 
 
Beratung und Coaching für digitale Lösungen im Gastronomiebetrieb 
© Wim Jansen
Kassensystem, Buchungstool, Warenwirtschaft: Die Auswahl an digitalen Lösungen für die Gastronomie ist groß. Doch welche passt zum eigenen Betrieb? Das inhabergeführte Restaurant "Witwenball" ging diese Frage strukturiert an. Mit einem betrieblichen Coaching aus dem Programm "INQA-Coaching" analysierte das Team zunächst die eigenen Arbeitsabläufe, bevor neue Systeme eingeführt wurden. Das Ergebnis: mehr Klarheit im Alltag, weniger Mehrarbeit und ein Team, das den Wandel aktiv mitgestaltet hat.
 
 
 
Mit einem starken ESF: Faire Integration in den Arbeitsmarkt
© iStock.com/monkeybusinessimages
Wie kann eine faire Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Zukunft besser gelingen? Diese Frage diskutierten Expert*innen und Praktiker*innen auf der Fachtagung "Prekär oder fair?" in Erfurt. Veranstalter waren die Projektverbünde "BLEIBdran+", "RESCUE forward" und "DABEI!" des ESF Plus-Förderprogramms "WIR - Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt".
 
 
Aus den Ressorts
 
Staffelübergabe im Sozialunternehmertum gestalten
© Körber-Stiftung/Claudia Höhne
Anders als in der klassischen Wirtschaft fehlen für Sozialunternehmen bislang weitgehend passende Angebote zum Thema "Unternehmensnachfolge". Um den sozialen Impact, den gemeinwohlorientierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erzielen, langfristig zu sichern, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des ESF Plus-Programms "Nachhaltig wirken - Förderung des gemeinwohlorientierten Unternehmertums" das Projekt "Individuelle Begleitung für gemeinwohlorientierte KMU in Nachfolgeprozessen".
 
 
 
"Kein Platz für Zufall": Eine Kampagne für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort
© Grafik: BMBFSFJ; Foto: Sven Sindt, Institut für inklusive Bildung, CAU Kiel
In Städten, Landkreisen und Gemeinden zeigt sich, ob Bildung Menschen in allen Lebensphasen erreicht und zu mehr Teilhabe, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit beiträgt. Weil die Kommunen die lokalen Bedarfe am besten kennen, können sie Bildungsangebote gezielt vernetzen. Deshalb unterstützt das ESF Plus-Programm "Bildungskommunen" sie dabei, eigene Bildungslandschaften adäquat und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Das Fachnetzwerk für kommunales Bildungsmanagement begleitet Kommunen auf diesem Weg. Es zeigt in der bundesweiten Kampagne "Kein Platz für Zufall" erfolgreiche Praxisbeispiele.
 
 
 
Verbindung realer und virtueller Welten erleichtert Einsatz komplexer Medizinprodukte im Klinikalltag
© ILAG UG (haftungsbeschränkt)
Um komplexe Medizinprodukte praxisnah zu entwickeln und einzusetzen, bedarf es einer engen Abstimmung zwischen Herstellern und Klinikpersonal. Das arbeitswissenschaftliche Projekt "ERTRAG" ("Extended Reality für die Transformation der Arbeit in der Gesundheitswirtschaft") nutzt dafür Interaktionsmöglichkeiten mit Extended Reality (XR). So können künftige Nutzende, wie Arzt*innen und Operationstechnische Assistent*innen, innovative Medizinprodukte für Praxen und Kliniken vorab virtuell erleben und testen.
 
 
 
Mit "ElternChanceN" Familien frühzeitig erreichen und Netzwerkstrukturen vor Ort aufbauen 
© BMBFSFJ
Wie können Familien in herausfordernden Lebenslagen vor Ort frühzeitig erreicht und nachhaltig unterstützt werden? Darum geht es bei "ElternChanceN": Hier werden Familien durch niedrigschwellige Bildungs- und Beratungsangebote erreicht und Netzwerkstrukturen mit der Kinder- und Jugendhilfe sowie Grundschulen auf- und ausgebaut. Auf Regionalkonferenzen diskutierten die entsprechenden Fachkräfte über erfolgreiche Ansätze und Herausforderungen. Dass ihre Arbeit großen Zuspruch bei den Familien erfährt, belegt eine aktuelle Elternbefragung. Zudem konnte Bundesfamilienministerin Karin Prien bei einem Projektbesuch in Stuttgart ganz konkret erfahren, welche hohe Relevanz die Elternbegleitung vor Ort hat. 
 
 
 
"BIWAQ VI": Neue Impulse für benachteiligte Stadtquartiere
© BMWSB
Das ESF Plus-Bundesprogramm "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ" will die Arbeitsmarkt- und Lebensperspektiven von Menschen in benachteiligten Stadt- und Ortteilen verbessern. Wegen seines Erfolgs wurde inzwischen die bereits sechste Förderrunde des Programms eingeläutet. Die "BIWAQ"-Projekte unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner durch Beratung, Jobcoaching und Qualifizierung bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Mit Erfolg: zuletzt konnte bei über 90 Prozent der Projektteilnehmenden die Beschäftigungsfähigkeit gesteigert werden.
 
 
 
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© Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
 
 
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